Interview mir rbb24

Berlin droht durch die Sperrung der Autobahnbrücke am Dreieck Funkturm der Verkehrskollaps. Im Interview mit dem @rbb24 Inforadio habe ich ein Umdenken in der Verkehrspolitik gefordert:

„Die Verkehrssituation rund um das Autobahndreieck Funkturm in Berlin dürfte in den nächsten Monaten – wenn nicht Jahren – sehr schwierig werden. Eskaliert ist die ohnehin angespannte Lage durch die Sperrung der Ringbahnbrücke in der vergangenen Woche. Das Umleitungskonzept von Senat und Autobahn GmbH lässt Autos über eine Spur der Gegenfahrbahn fahren, LKW sollen auf den Berliner Ring ausweichen. Dennoch ist mit Behinderungen in den angrenzenden Wohngebieten zu rechnen.
Diese schwierige Gemengelage – am Donnerstag noch verschärft durch den BVG-Streik – ist Thema im Berliner Abgeordnetenhaus, auf Antrag der Grünen. Deren verkehrspolitische Sprecherin Oda Hassepaß sieht in den Umleitungsplänen das, „was man jetzt akut auf die Schnelle machen konnte.“
Doch ob man das nicht vorher schon hätte besser vorbereiten können, sei eine ganz andere Frage, so die Grünen-Politikerin: „Ich hätte mir gewünscht, dass die Autobahn GmbH da schon ein Konzept in der Schublade hätte, was man rausholen könnte, weil die Schäden ja seit langem bekannt sind.“

Um den Neubau der maroden Brücke zu beschleunigen, will Verkehrssenatorin Bonde (CDU) auf eine Ausschreibung verzichten. Das sieht Hassepaß kritisch: „Es werden ja rechtliche Verfahren eingehalten werden müssen. Und das komplett ohne Ausschreibung und ohne Planstellungsverfahren, so wird es nicht gehen. Aber dass man natürlich da beschleunigen muss, wo man kann, das halte ich für sinnvoll.“

Für die Zukunft regt die Grünen-Politikerin ein Umdenken an: Die jetzt maroden Brücken seien niemals für ein solches Verkehrsaufkommen gebaut worden, sie müssten teilweise das zehn- bis zwanzigfache tragen:

„Wollen wir so leben, dass sich die Autoschneisen durch unsere Städte ziehen?

Und da denke ich eher: Nein! Die Abhängigkeit vom Auto ist da schon sehr zu hinterfragen. Und wir sehen in anderen Städten wie Paris, Barcelona, Kopenhagen, dass genau der andere Weg genommen wird: Mehr Autos raus aus der Stadt, mehr Platz für Fußgängerin, ÖPNV und Radfahrer.“